Die Minze
Als ich anfing, Tee für mich selbst zu machen, wusste ich wenig über Minze. Für mich war sie einfach ein Geruch – kräftig und zugleich beruhigend, frisch und zugleich vertraut. Ein Atemzug, und meine Schultern sanken ein Stück. Das genügte.
Aus Neugier fragte ich Meri nach ihr. Ihre Geschichten ließen mich weitersuchen, und was ich fand, hat mich überrascht: Minze gehört seit Jahrtausenden in die Gärten der Menschen.
Sie wuchs im alten Ägypten, in Griechenland, in Rom. Mit den Klostergärten kam sie nach Norden und blieb. Bis heute denken die meisten von uns bei Frische zuerst an Minze. Natürliche Kreuzungen sind in dieser Gattung ungewöhnlich häufig. Deshalb gibt es so viele Minzen, und deshalb wächst in keinem Garten ganz dieselbe.
Womit ich nicht gerechnet hatte: wie unterschiedlich sie schmecken. Ich baue drei an, und nebeneinander sind sie kaum dieselbe Pflanze.
Die Marokkanische Minze ist die sanfte – süß, klar, fast rund im Mund, mit sehr wenig Menthol. Die Pfefferminze, selbst eine natürliche Kreuzung aus Grüner Minze und Wasserminze, ist schärfer und kühler, mit deutlich mehr ätherischem Öl. Und die Zitronenminze riecht kaum nach Minze: bei ihr kommt zuerst der Zitrus, weich und zart floral.
Diese drei finden Sie in jeder Merifemme-Mischung.
Minze wurde für mich mehr als ein Aroma. Sie wurde zur Erinnerung daran, dass etwas sehr Einfaches Jahrhunderte mit sich tragen kann. Deshalb beginnt jede Mischung mit Minze: Was auch immer sonst in die Tasse kommt – die Minze hält es zusammen. Frisch, klar, und eine kleine Einladung, langsamer zu werden.
Einfach atmen.
Von Herzen,
Rebeka