Warum ich Merifemme gegründet habe
Jahrelang habe ich in München in leitenden Positionen im Personalwesen gearbeitet. Ich war engagiert, mit Leidenschaft dabei und wollte Menschen helfen. Doch mit der Zeit spürte ich, dass ich nicht mehr so für andere da sein konnte, wie ich es für richtig hielt. Mir fehlte die Tiefe, die Ehrlichkeit, die menschliche Verbundenheit, die ich einmal so stark empfunden hatte. Nach vielen langen Gesprächen – mit mir selbst und mit den Menschen, die mich am besten kennen – traf ich eine Entscheidung, die alles verändern sollte: Ich kündigte.
Zuerst bewarb ich mich, wie so viele in unsicheren Zeiten, auf genau die Stellen, die ich gerade verlassen hatte. Es fühlte sich sicher an. Vertraut. Aber mir wurde schnell klar, dass ich dabei war, in genau das zurückzufallen, wovon ich mich gerade gelöst hatte. Da begann ich, mir die schwierigeren Fragen zu stellen: Was will ich wirklich tun? Wie kann ich Menschen so helfen, wie ich es für richtig halte?
Ich engagierte mich ehrenamtlich bei den KinderHelden in München und begleitete Kinder – etwas, das mir bis heute große Freude macht. Aber es war keine Vollzeitaufgabe. Ich spürte das Bedürfnis, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.
Seit meinem Umzug nach München vor fünf Jahren hatte ich angefangen, Marmeladen zu kochen, zu backen, mit Kräutern und Gewürzen zu experimentieren. Das brachte mir Ruhe. Aber es war noch nicht die Sache.
Und dann veränderte sich etwas.
Vor ein paar Jahren fuhr ich zu Meri, der Tante meines Vaters, nach Kroatien. Es war eine schwere Zeit – anstrengende Monate im Job, Erschöpfung, emotionale Schwere. Fast die gesamte sechsstündige Fahrt über habe ich geweint. Als ich ankam, fühlte ich mich wie ein Schatten meiner selbst.
Meri stellte keine Fragen. Sie hieß mich einfach in ihrem Garten willkommen und bot mir Tee an. Ich war zu diesem Zeitpunkt nach allem zumute, nur nicht nach Tee. Aber ich sagte ja, ihr zuliebe.
Sie kam mit einer dampfenden, duftenden Tasse zurück. Schon der Geruch ließ mich langsamer werden. Völlig erschöpft setzte ich mich in ihren Garten und begann zu trinken. Nach fünfzehn Minuten war ich im Sessel eingeschlafen, unter einem von Meris Apfelbäumen.
Zuerst dachte ich mir nichts dabei. Aber beim nächsten Besuch bat ich um etwas von diesem Tee für zu Hause. Ich wollte diese Viertelstunde wiederhaben. Also bat ich Meri, es mir beizubringen. Sie zeigte mir ihre Pflanzen – welche sie anbaute, wann sie sie schnitt, wie sie sie trocknete und aufbewahrte. Ich fing an, für mich selbst zu mischen. Eine Mischung für den Morgen. Eine für die langen Nachmittage. Eine für den Feierabend. Es war das Erste seit Jahren, das ganz mir gehörte und in meinem eigenen Tempo entstand.
Je mehr ich mischte, desto mehr teilte ich. Freundinnen fragten nach meinen Tees. Sie sagten mir, dass sie ihnen schmeckten – und dass sie die zwanzig Minuten mochten, die sie sich dabei nahmen. Langsam begann die Idee zu wachsen.
So entstand Merifemme.
Ich habe Merifemme für alle gemacht, die diese fünfzehn oder zwanzig Minuten brauchen. Diesen einen kleinen Moment am Tag, um sich hinzusetzen, durchzuatmen und die Welt langsamer werden zu lassen. Ich wollte das Gefühl aus Meris Garten festhalten – diese Stille – und weitergeben.
Jede Merifemme-Mischung entsteht von Hand. Ich baue die Kräuter selbst an, pflege sie, ernte sie mit Bedacht und stelle sie so zusammen, dass ihre Aromen in der Tasse gut zueinander passen. Das ist nicht einfach nur Tee. Das ist ein Moment. Etwas, das man schmecken und spüren kann.
Ich hoffe, Merifemme wird Teil deines täglichen Rituals, so wie es Teil meines geworden ist.
Von Herzen,
Rebeka