Dampf steigt über einer Tasse frisch aufgegossenem Merifemme-Kräutertee

Wie heiß muss das Wasser für Kräutertee sein?

Etwa 95 Grad. Das heißt in der Praxis: Wasser aufkochen, den Kocher abstellen und eine Minute warten. Mehr Technik brauchst du nicht.

Was bei 100 Grad passiert

Der Duft einer Pflanze steckt in ihren ätherischen Ölen. Die heißen so, weil sie flüchtig sind – sie verdampfen schon bei mäßiger Wärme.

Gießt du mit sprudelnd kochendem Wasser auf, reißt der aufsteigende Wasserdampf einen Teil dieser Öle mit nach oben, statt sie im Wasser zu lösen. Der Duft, den du über der Tasse riechst, ist genau der Duft, der nicht mehr in der Tasse ist.

Bei 95 Grad ist das Wasser heiß genug, um die Aromastoffe herauszulösen, und ruhig genug, um sie zu behalten.

Der kleine Teller ist der größte Handgriff

Leg beim Ziehen einen Unterteller auf die Tasse. Der Dampf kondensiert an der Unterseite und tropft zurück – mitsamt den Ölen, die er mitgenommen hat.

Nimm ihn erst ab, wenn du trinkst. Den Unterschied riechst du in dem Moment, in dem du ihn anhebst.

Warum dasselbe Kraut in München anders schmeckt als in Zagreb

Weil das Wasser ein anderes ist. Die gelösten Mineralien im Leitungswasser bestimmen mit, welche Aromastoffe sich überhaupt herauslösen.

Hartes Wasser – viel Calcium und Magnesium – dämpft die feinen Kopfnoten und lässt den Aufguss flacher wirken. Weiches Wasser öffnet sie. Wenn dein Tee zu Hause weniger hergibt als erwartet, liegt es oft nicht am Kraut.

Kurz zusammengefasst

  • Aufkochen, eine Minute warten, dann aufgießen
  • Einen gehäuften Teelöffel, etwa 2 g, pro Tasse
  • 5 bis 7 Minuten ziehen lassen
  • Während des Ziehens abdecken

Wie deutlich die Wassertemperatur wirkt, merkst du am besten bei einer blütenreichen Mischung wie MeriGold – dort sitzen die feinsten Noten ganz oben.

🌿 Gönn dir fünfzehn Merifemme-Minuten.

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