Tasse Merifemme-Kräutertee mit Untertellerchen als Deckel während des Ziehens

Wie lange muss Kräutertee ziehen?

Fünf bis sieben Minuten. Und wenn du ihn vergisst: nicht schlimm. Ein Kräuteraufguss verzeiht deutlich mehr als schwarzer oder grüner Tee.

Warum Kräutertee gutmütiger ist

Echter Tee aus Camellia sinensis enthält große Mengen Gerbstoffe – Pflanzenstoffe, die sich an die Eiweiße im Speichel binden und dem Mund kurz seine Glätte nehmen. Je länger er zieht, desto mehr davon geht ins Wasser. Nach zehn Minuten ist schwarzer Tee streng.

Kräuter wie Minze, Ringelblume oder Zitronenverbene haben davon viel weniger. Sie werden kräftiger, aber nicht bitter. Salbei ist die Ausnahme: Er bringt eigene Gerbstoffe mit, weshalb man ihn deutlicher zusammenziehend schmeckt.

Der zweite Aufguss ist kein schwächerer Tee – er ist ein anderer

Aromastoffe lösen sich nicht alle gleichzeitig. Die leichten, flüchtigen gehen zuerst ins Wasser, die schwereren brauchen länger.

Gießt du dieselben Blätter ein zweites Mal auf, fehlt oben die Spitze – dafür kommt darunter etwas zum Vorschein, das du im ersten Aufguss gar nicht bemerkt hast. Bei ganzen Blättern lohnt sich das. Bei Beutelware nicht, die ist nach einem Mal leer.

Und wenn du gar nicht wartest?

Dann probier es einmal kalt. Kalt aufgegossen zieht dasselbe Kraut acht Stunden – im Kühlschrank, über Nacht.

Kaltes Wasser löst nur die mildesten Stoffe heraus. Nichts wird bitter, nichts wird streng. Am Morgen hast du etwas völlig anderes in der Kanne als am Abend zuvor, aus genau denselben Blättern.

Warum ausgerechnet fünfzehn Minuten das Maß bei Merifemme sind

Ziehzeit ist das eine. Die Zeit, die du dir nimmst, das andere.

Fünf Minuten reichen nicht, um überhaupt anzukommen. Dreißig hat kaum jemand. Fünfzehn sind genau so viel, dass sich das Hinsetzen lohnt – und so wenig, dass es an einem normalen Tag möglich bleibt.


Wie unterschiedlich erster und zweiter Aufguss schmecken, zeigt sich besonders bei MeriZen – die Zitrusnoten kommen zuerst, die weiche Süße danach.

🌿 Gönn dir fünfzehn Merifemme-Minuten.

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