Goldgelber Aufguss aus Ringelblütenblättern in einem Glas

Warum Ringelblume den Tee golden färbt

Wegen der Carotinoide — und doch nicht ganz. Das sind dieselben Farbstoffe, die eine Karotte orange machen, und sie sitzen in den Blütenblättern der Ringelblume in großer Menge. Zu ihnen gehören Lutein, Zeaxanthin und β-Carotin.

Die Farbe in der Tasse ist nicht die Farbe der Blüte

Carotinoide sind lipophil. Sie lösen sich gut in Fett und kaum in Wasser — deshalb bleiben sie größtenteils im Blütenblatt und färben es orange.

Was in der Tasse golden wird, kommt zum größten Teil von einer anderen Gruppe: den Flavonoiden. Das sind gelbe Farbstoffe, die sich in Wasser lösen, und die Ringelblume enthält sie ebenfalls. Dazu kommen feinste Teilchen aus den Blütenblättern, die sich im Aufguss verteilen.

Die Farbe, die wir sehen, ist also nicht die Farbe des Pigments, das wir vermutet hätten.

Ein einziger Blütenkopf — und dahinter eine ganze kleine Chemie.

Warum die Farbe das Trocknen übersteht

Viele Blüten verlieren beim Trocknen ihre Farbe. Die Ringelblume nicht — ihre Carotinoide sind vergleichsweise lichtstabil und bleiben im Blütenblatt.

Deshalb erkennt man sie in einer fertigen Mischung sofort: die orangegelben Blütenblätter zwischen den grünen Blättern. Bei einem gemahlenen Tee würde man das nie sehen.

Die feine Schaumkrone

Wenn du beim Umrühren einen zarten Schaum bemerkst: Das gehört dazu. Ringelblume enthält Saponine — pflanzliche Stoffe, die sich wie Seife verhalten und beim Bewegen schäumen.

Kein Fehler, kein Rückstand. Dieselben Stoffe stecken übrigens auch in der Schlüsselblume.

Im Geschmack hält sie sich zurück

Mild, leicht harzig, an den Rändern ein wenig pfeffrig. Zum Aroma einer Mischung trägt die Ringelblume weniger bei als zu ihrem Charakter — sie färbt, sie schmückt, und sie lässt den anderen Kräutern den Vortritt.

Warum die Mischung MeriGold heißt

Als ich zum ersten Mal gesehen habe, wie sich diese Farbe langsam in der Tasse zeigt, hatte die Mischung ihren Namen. Vorher gab es nur ein Rezept.

Wir pflücken die Blüten morgens von Hand, eine nach der anderen, und trocknen sie ganz.


Am deutlichsten siehst du es in MeriGold mit 25 Prozent Ringelblume — am schönsten in einem Glas statt in einer Tasse.

🌿 Gönn dir fünfzehn Merifemme-Minuten.

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